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Haftung der Bank gegenüber Miterbengemeinschaft!

Urteil

In einem notariellen Testament hatte der Erblasser seine Tochter und seinen Sohn zu Miterben bestimmt und den Sohn mit einer über seinen Tod hinaus wirksamen Vorsorgevollmacht ausgestattet. Nach seinem Tod erklärt seine Tochter gegenüber seinem Sohn den Widerruf der Vorsorgevollmacht und setzt die beklagte Bank von diesem Widerruf auch in Kenntnis. Auf Weisung des Sohnes – und ohne Kenntnis der Tochter – ließ die Beklagte sodann die Begleichung von offenen Bestattungskosten veranlassen und belastete das Nachlasskonto in entsprechender Höhe. Die Tochter nimmt die Beklagte auf Erstattung der Zahlungsbeträge in Anspruch.

Das LG Aachen gibt der Klage auf Erstattung und Wiederherstellung des ursprünglichen Kontostandes mit der Begründung statt, dass die Zahlungsvorgänge „nicht autorisiert“ gewesen seien. Wegen des Vollmachtswiderrufes habe der Sohn nicht mehr allein handeln können (LG Aachen, Urteil vom 18.01.2018 – 1 O 138/16).

Merke! Grundsätzlich kann und sollte ein Miterbe eine transmortale Vollmacht des Erblassers zum Schutz des Nachlasses widerrufen, ehe es zum Missbrauch dieser Vollmacht durch den Bevollmächtigten kommt. Der Widerruf kann insbesondere gegenüber dem Bevollmächtigten und / oder dem Geschäftsgegner erfolgen.

Jürgen Wasserthal
Rechtsanwalt, LL.M.
Fachanwalt für Erbrecht
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht
Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth)

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